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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Die Rebenschädlinge am Bielersee

Die Weinrebe steht seit Jahrhunderten in unserer Gegend. Vor hundert Jahren wuchsen in der Schweiz auf 32 000 ha Reben, gegenüber 15 000 ha heute.
 
Jede Gemeinde im Seeland hatte ihren Rebberg, heute stehen sie nur noch am Nordufer des Bielersees und am Jolimont. Der Weinbau war damals ein blühender Zweig der Landwirtschaft.
 
Es sollte anders kommen: Mit dem Aufkommen der Dampfschiffe und der Eisenbahnen kamen auch landwirtschaftliche Produkte aus Übersee an den Bielersee. Diese waren oft infiziert mit bisher unbekannten Krankheiten. Aus der neuen Welt stammen die gefährlichen Pilzkrankheiten, die Europa vor mehr als hundert Jahren erreichten. Der «Echte Mehltau» überzieht bei nasswarmem Wetter die verblühten Trauben mit einem Schimmel, der die Beerenhäute verhärtet und sie aufspringen lässt. Mit Schwefelprodukten kann dieser Pilz vorbeugend bekämpft werden. Der «Falsche Mehltau» kam über Frankreich zu uns. Er wird zuerst sichtbar an Flecken an der Unterseite der Blätter. Bei Nichtbekämpfung kann das ganze Blattwerk infiziert werden, das in der Folge verdorrt, und mit ihm verderben auch die jungen Trauben. Diese Pilzkrankheiten konnten sich bei entsprechenden Wetterbedingungen ausbreiten und Ernten vernichten. So gab es 1910 am Bielersee keinen Leset; die Ernte, und damit der Jahresverdienst für die Rebleute, waren dahin.
 
Der gefährlichste Schädling gelangte gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Amerika zu uns: die Reblaus (Phylloxera vastatrix). Sie begann die meisten europäischen Rebflächen zu verwüsten. Befallene Flächen mussten gerodet werden. Die Reblaus ist eine bis 1,4 mm grosse Blattlaus, zum Teil mit Flügeln. Sie saugt an den Rebwurzeln und zerstört sie. Von der Westschweiz her, erreichte der gnadenlose Schädling Anfang des Jahrhunderts die Gegend um den Bielersee. Die Weinbauern waren gewappnet. Die Rebgesellschaften als Berufsverbände errichteten in Twann und Neuenstadt Pflanzenschulen zum Veredeln der Jungreben. Dabei wird ein Kopf der Europäerrebe auf den Wurzelteil der Amerikanerrebe aufgepfropft. Letztere ist immun gegen Reblausschäden.

Die grosse Erneuerung der Rebberge am Bielersee fand etwa von 1910 bis 1930 statt, begleitet von grossen Ernteverlusten; denn der Rebstock trägt erst im fünften Standjahr eine volle Ernte. Die Öffentlichkeit liess die Rebbauern nicht im Stich. 1907 stimmte das Berner Volk einem Reblausgesetz zu, um die Winzer bei der Rekonstitution ihrer Reben zu unterstützen. Während dieser Umbruchzeiten war der Verdienst der Weinbauernfamilien karg, gottlob waren die meisten damals noch Selbstversorger, indem sie Kühe oder Ziegen hielten und das Gemüse selber pflanzten. Nach der Überwindung der Reblauskrise gelang es, der Rebkultur am Bielersee wieder zu ihrem guten Namen zu verhelfen.


AutorIn: Otto Krebs
 
 
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