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Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

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Die Rebenschutzzone

Am Nordufer des Bielersee sind die Rebberge weitgehend erhalten. Trotz der Nähe zum See, Südlage und freiem Blick auf die Alpen, wurden sie nie - wie anderswo - ein Opfer der Bauspekulation.
 
Dahinter stehen das aktive Selbstbewusstsein der Rebbauern und –bäuerinnen und das Mitdenken derer, denen diese Landschaft am Herzen liegt. Der Kampf gegen die Reblaus wurde zur grossen Herausforderung an der Jahrhundertwende. Die Neupflanzung des ganzen Rebberges mit resistenten Jungpflanzen rettete den Weinbau am See.
 
Kaum gewonnen, meldete sich eine neue Bedrohung: In den schweren Gewittern der Jahre 1922-1927 wurden die Reben mit den Jungpflanzen, die noch wenig im Boden verankert waren, bis zum See hinunter abgeschwemmt. Wie konnte der Rebhang gegen die Bedrohung gesichert werden? Die rettende Idee war die Errichtung einer Fahrstrasse auf halber Höhe, verbunden mit einer Fassung für das Regenwasser und Wasserleitungen für die Bearbeitung der Reben. Dafür setzte sich insbesondere der Rebbauer, Gemeindepräsident und spätere Grossrat Arnold Hirt aus Tüscherz ein. Der Bau des Rebsträsschens schaffte während der Wirtschaftskrise der 30er-Jahre Arbeit und Verdienst in den Rebdörfern.
 
Der Rebbau war erneut bedroht, als die durch die Erste Juragewässerkorrektion zu Tage getretenen Strandböden beidseits des Sees und später auch die sonnigen Rebhänge am Nordufer ins Visier der Bauspekulanten gerieten. Regierungsrat Walter Bösiger, mit dem Bielersee seit seiner Jugend verbunden, erkannte die Gefahr und erteilte als bernischer Baudirektor dem Architekten Hans Schöchlin in Biel (Olympiasieger 1928 im Zweierrudern) den Auftrag zu einem generellen Projekt. Daraus entstanden in der kantonalen Baudirektion die Alignements- und Bauzonenpläne der Bielerseegemeinden. Am Nordufer wurde darin eine Rebenschutzzone (mit Bauverbot) festgeschrieben. Als beratendes Organ für die Gemeinden wurde 1933 der «Verein Bielerseeschutz VBS» gegründet, und die finanziellen Mittel werden durch die Schaffung einer kantonalen Lotterie, der «SEVA» (Seeschutz, Verkehrswerbung und Arbeitsbeschaffung) bereitgestellt.
 
REBENSCHUTZZONE - eine kluge Benennung: kein Verbot, keine Bevogtung, sondern für jede Gemeinde Schutz der wichtigsten Lebensgrundlage. Sie hat auch dem Baudruck nach dem Zweiten Weltkrieg standgehalten und ist zur vielbesuchten Wander- und Erholungsregion geworden. Der seit 1990 geführte «Kataster der landschaftsprägenden Rebmauern» und die im IVS (Inventar der historischen Wege der Schweiz) aufgeführten alten Rebwege helfen mit, den Charakter dieser Kulturlandschaft zu sichern. Der langfristige Erhalt des Rebgebiets beruht auf dem Einsatz, dem Können und dem wirtschaftlichen Erfolg der Rebbauern und –bäuerinnen sowie der Zusammenarbeit mit allen, die diese Landschaft lieben und sich für sie einsetzen.

AutorIn: Matthias Nast
 
 
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