Internetportal für historische Dokumente aus der Region Biel, Seeland und Berner Jura.

Unsere zweisprachige Datenbank enthält 7834 Bilder, 413 Filme und 404 Texte.

 
ein Projekt der W. Gassmann AG

» Pensez-donc à rendre une visite à la Mémoire régionale!
 
 
Home
 
Suchen und Finden

Volltext/Suche

Stichwort 1: 
Verknüpfung: und oder
Stichwort 2: 
 
 
» zur erweiterten Suche
 
Benötigen Sie Hilfe bei Ihrer Suche? Erfahren Sie mehr über die freie Suche und werfen Sie einen Blick in unsere Stichwortlisten
Sie befinden sich...
in der gesamten mémreg Datenbank.
Wenn Sie in einem bestimmten Archiv oder einer bestimmten Sammlung suchen wollen, klicken Sie » hier
Suchen und finden
Durchsuchen Sie die mémreg-Datenbank mit frei eingebbaren Stichwörtern oder verwenden Sie die erweiterte Suche. Zur freien und erweiterten Suche gelangen Sie » hier...

Archive Bieler Tagblatt / Journal du Jura

Für Informationen seit 1999 suchen Sie auch in den Archiven des BT und des JJ.

Der Kallnach-Airport

Ein internationaler Flughafen im Grossen Moos?
 

Ganz harmlos begann es 1947, als der bernische Grosse Rat, ohne weit reichende Überlegungen anzustellen, wie es sich Jahre später zeigte, eine Motion aus touristischen Kreisen des Berner Oberlandes guthiess, die den Regierungsrat beauftragte, «die notwendigen Massnahmen zur Schaffung eines Berner Flughafens zu treffen». Die Bundesstadt und der oberländische Tourismus sollten den Anschluss an den internationalen Flugverkehr nicht verpassen, liess sich der Regierungsrat vernehmen.

Es blieb viele Jahre still in dieser Sache. Im Bereich Kallnach/Niederried/Bargen plante das kantonale Meliorationsamt mit der ansässigen Bevölkerung die längst fällige Güterzusammenlegung (GZ). So ganz verborgen blieb es nicht, dass der Regierungsrat im GZ-Perimeter 180 Hektaren Land reservierte. Just als die GZ in ihre Endphase trat, der Neulandantritt in die Wege geleitet und grünes Licht für den Bau von elf neuen Siedlungen im Moos gegeben wurde, antworteten der Bundesrat und die bernische Regierung mit einem Bewilligungsaufschub.

Was führte zu diesem im Seeland unverständlichen Entscheid? Ganz einfach: Für einen Berner Flughafen kam ein weiterer Ausbau des Belpmooses aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, und der Ebene von Utzenstorf, wo auch sondiert wurde, stand die Bevölkerungsdichte im Wege. Blieb nur noch das Grosse Moos.

«Kallnach-Airport» war plötzlich in aller Leute Mund. Der Grossrat Hans E. Herrmann, aus Nidau, rief die seeländische Bevölkerung zum Widerstand auf. Zuhauf fand er Gleichgesinnte. Der kämpferische «Schutzverband gegen einen bernischen Flughafen im Grossen Moos» wurde gegründet. Der Bundesrat gelangte am 9. Februar 1972 «freundeidgenössisch» in einem Schreiben an den Regierungsrat und versicherte ihm seine Unterstützung. Der Regierungsrat sollte alles unternehmen, um die Gross-Moos-Flughafenpläne voranzutreiben. Der Bau eines vierten Grossflughafens, so der Bundesrat, werde sich für unser Land in absehbarer Zeit aufdrängen, weil Kloten, Cointrin und Basel dereinst nicht mehr in der Lage sein würden, den stetig anwachsenden Flugverkehr aufzunehmen. Die Planung eines Kontinentalflughafens im Grossen Moos sei deshalb im Landesinteresse.

Zum denkwürdigen Eklat kam es am 5. Juli 1972 im Grossen Rat, als die grossrätliche Verkehrskommission auf Geheiss von oben dem Streit um den «Kallnach-Airport» ein Ende setzte, indem sie auf die weitere Planung verzichtete, vom Plenum aber, trotz heftiger Gegenwehr der seeländischen Volksvertreter, die Bewilligung erhielt, alle Türen offen zu lassen, was im Klartext heisst:

«Für den Fall, dass die Entwicklung der schweizerischen Luftfahrt einen weiteren Flugplatz erfordert, hat der Kanton dieser Tatsache Rechnung zu tragen und ein geeignetes Gelände freizuhalten.»


AutorIn: Fritz Probst
 
 
»zurück
 
Haben Sie noch weitere Informationen zu diesem Text. Oder haben Sie einen Fehler gefunden.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!
Kontakt aufnehmen
Als PDF herunterladen
» Hier... können Sie diesen Text zum Drucken herunterladen.

Personendossiers

Hanni Schwab (24. 11. 1922 - 2004)

Die Archäologin der 2. Juragewässerkorrektion.

» zu den Personendossiers…
Letzte Aktualisierung: 28.07.2015
Total BesucherInnen: 1258471
application by redmouse
code & design by reziprok
© 2019 by mémreg
» Nutzungsbedingungen

Links